Katzen begleiten den Menschen seit mehr als fünf Jahrtausenden.Sie sind ihm sogar in unsere moderne Großstadtgesellschaft gefolgt. Nie haben sie dabei ihre respektvolle Zurückhaltung aufgegeben oder gar ihren Charakter verleugnet. Hierin liegt ein großer Teil der Faszination, die vom Zusammenleben mit ihnen ausgeht.

 

Die Bengalkatze-Eine Rassekatze im Leopardenmantel-Herkunft:

Wir haben diese schöne und liebenswerte Katze der Amerikanerin Jean Mill zu verdanken. Frau Mill ist eine promovierte Genetikerin. 1963 kam Frau Mill in den Besitz einer Weiblichen Bengalensis (Wildbengal). Das Weibchen wurde mit einem schwarzen Hauskater verpaart. "Kinkin", ein weibliches Jungtier wurde geboren und der Mutter gleich weggenommen, um von einer Ersatzmutter großgezogen zu werden, die selbst gerade einen Wurf hatte. Zunächst blieb es aus familiären Gründen bei diesem ersten Zuchtversuch, von dem leider jede Spur verlorengegangen ist. Erst im Jahr 1975 ging es weiter. Frau Mill zog nach Covina ( Kalifornien),wo sie heute noch lebt. Sie fing nun wieder an, Leopardenkatzen mit zahmen Rassekatzen zu kreuzen. Bei den zahmen Tieren handelte es sich vor allem um Egyptian Mau's, Abessinier, getupfte OKH und American Shorthair. 1985 stellte Frau Mill die Bengalen erstmals aus. 1986 folgten noch viele Shows und Frau Mill ist auch heute noch eine aktive Bengalzüchterin. Außerdem ist sie 1. Vorsitzende des TICA Bengal Zuchtkomitees, das für den Bengalstandard verantwortlich ist. Bereits 1988 kamen die ersten Bengalkatzen nach Deutschland und erfreuten die Besucher der Ausstellungen mit ihrer eindrucksvollen Tupfenzeichnung. Inzwischen gibt es Bengalen in allen Westeuropäischen Ländern. Die wilde Bengalkatze (Felis bengalensis) stammt aus dem asiatischen Raum, z.B. Bangladesch, Brunei, Burma, China, Indien, Bali, Java, Nord- und Südkorea, Nepal, Singapur, Taiwan, Vietnam.

Felis Bengalensis

Wesen und Verhalten :

Die Bengalen sind aufmerksame, neugierige, intelligente, sehr aktive Tiere, die das Klettern lieben. Wenn etwas nicht in ihrem Sinne ist, dürfen die Bengalen natürlich lauthals ihren Unmut äußern. Die meisten Bengalen apportieren sehr gern. Sie werden nicht müde, ihren Menschen immer wieder ein Spielzeug zu bringen, in der Hoffnung daß das Teil wieder weggeworfen wird, damit die Katze es zurückbringen kann. Mindestens genau so gerne spielt die Bengalkatze mit Wasser. Eine große Schüssel (oder kleines Babyplantschbecken) gefüllt mit Wasser und bestückt mit einem Tennisball oder auch nur mit einem Blatt, ist für einen Bengalen das Größte überhaupt. Mir sind auch Bengalkatzen bekannt, die mit Herrchen oder Frauchen jeden Morgen unter die Dusche gehen. Die Liebe zum Wasser ist so zu erklären: Der wilde Bengal setzt seinen Kot und Urin in der Wildnis möglichst in fließenden Gewässern ab, um seine Spuren zu verwischen. Bei den Jungtieren sollte man deshalb streng darauf achten, daß sie während des Spiels nicht in die Wasserschüssel machen, sonst könnte es passieren, daß sie die mit normaler Streu gefüllte Toilette meiden. Auffällig ist auch die Sprunggewalt der Bengalen. Die Hinterbeine der Bengalkatze sind etwas höher als die Schultern, das erklärt, warum die Bengalen besser springen können als die meisten anderen Rassen. Nahezu alle Bengalen kann man mühelos an ein Katzengeschirr mit Leine gewöhnen. Man mag darüber streiten, ob Katzen, egal welcher Rasse , an die Leine gehören. Aber man sollte nicht den Fehler machen und das Ausführen eines Hundes an der Leine mit dem Ausführen einer Katze an der Leine vergleichen. Die Schneebengalen weichen meiner Meinung nach etwas vom Verhalten und Wesen der braunen Bengalen ab. Ich vergleiche die " Weißen " mit den Prinzessinnen und Prinzen auf der Erbse. Selbst erwachsene Snows sind einfach nur " große Baby's ". Die Schneebengalen sind auch wesentlich gesprächiger als die dunklen Bengalen. Daß die Snows auch empfindlicher sein sollen, kann ich nicht bestätigen.

Körpermerkmale :

Die Bengalen sind mittelgroß, geschmeidig und muskulös. Die Kruppe ist höher als die Schultern. Der Kopf ist breit, keilförmig, länger als breiter mit runden Konturen. Die Nase ist breit und die Schnurrbartkissen auffallend. Die Ohren sind mittelhoch angesetzt, mittelgroß, kurz, mit breitem Ansatz und abgerundeten Spitzen. Die Augen sollten groß und oval sein. Sie stehen weit auseinander, im Gesicht zurückgesetzt und leicht angewinkelt zur Ohrbasis. Der Nacken ist dick und muskulös, besonders bei den Katem. Die Beine sind kräftig. Die Pfoten sind groß und rund. Der Schwanz zeigt immer eine schwarze Spitze, ist dick, spitz zulaufend und an der Spitze abgerundet. Das Fell sollte möglichst kurz sein, dicht und üppig, ungewöhnlich weich und seidig. Gern gesehen wird das Fell mit " golden Glitter ". Je goldiger das Fell schimmert, um so seidiger ist es auch.

Muster und Farben :

Bengalen gibt es in spotted, rosetted und marbled. Laut TICA Standard sollten die Zeichnungen wie folgt aussehen:

Marbled Zeichnung

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Die Zeichnung, die sich im classic tabby Gen begründet, sollte wenig Ähnlichkeit mit gleichmäßigen Ringen um ein kleines Zentrum haben. Sie sollte statt dessen den Eindruck einer willkürlichen Marmor- Musterung wiedergeben, am besten mit einem horizontalen Verlauf, wenn die Katze gestreckt wird. Vertikale Steifen ( macarel ) innerhalb der Marmorzeichnung sind unerwünscht. Bevorzugt werden sollten Katzen mit drei oder mehr Schattierungen, z.B. Grundfarbe, marbled - Zeichnung und einer dunkleren Umrandung dieser Zeichnung. Der Kontrast muß extrem deutlich sein mit scharfen Abgrenzungen. Die Bauchunterseite muß gefleckt sein.

Spotted Zeichnung

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Die Flecken sollten zufällig oder horizontal angeordnet sein. Rosetten bestehen aus einem Teilkreis mit dunklerem Rand und hellerem Herzstück; sie sind gegenüber den einfachen Flecken zu bevorzugen, aber nicht erforderlich. Der Kontrast mit der Grundfarbe muß sehr deutlich sein mit einer klaren Zeichnung und scharfen Abgrenzungen. Klare deutliche Streifenzeichnung im Gesicht und starke Kinnfärbung sind wünschenswert. Eine horizontale Schulterzeichnung ist ebenfalls erwünscht. Die Bauchunterseite muß gefleckt sein. Die bekanntesten Farben sind: Black-tabby - spotted, black - tabby - marbled, seal - lynx-point, seal - lynx - marbled-tabby. Die Augenfarbe der Seal-lynx Katze ( Schneebengale ) muß blau sein. Es gibt aber auch blaue ( Fellfarbe ) Bengalen. Weiter gibt es auch Schneebengalen ( Seal-mink) mit grünen Augen, diese sind aber sehr selten, vergleichbar mit 6 Richtigen im Lotto.In der FIFe anerkannt ist die Bengalkatze seit dem 01.01.1999

Hier ein paar Beispiele:

Schneebengal

Blaue Bengal

Zucht :

Die Trächtigkeit der Bengalkatze dauert ca. 63 Tage. Die Babys haben ein Gewicht von ca.80 Gramm. Die Mütter sind sehr liebevoll. Will man Jungtiere abgeben, die auch charakterlich ihrem Standart entsprechen und ihrem neuen Besitzer Freude bereiten sollen, muß man sich schon etwas mehr Mühe geben. Gerade die Bengalen müssen oft in die Hand genommen werden, um besonders lieb und anhänglich zu werden. Es sollte selbstverständlich sein, daß Babys aller Rassen in der Familie groß werden. Bei den Bengalen ist es besonders wichtig. Sie brauchen viel Zuwendung. Schön ist es, wenn aus einem Wurf 2 Geschwister zusammen abgegeben werden. Aber auch eine Einzelhaltung ist möglich. Um die Muskulatur aufbauen zu können, muß schon dem Jungtier Gelegenheit gegeben werden, sich austoben zu können. Ein Treppenhaus kann da gute Dienste leisten, sollte man kein Freigehege haben. Mit etwas Phantasie kann man schon einiges an Klettermöglichkeiten schaffen.